Pressemitteilung:
Unter dem Motto: ESPERANTO - CHANCEN - NUTZEN
Esperanto-Tag für Bayern und Baden-Württemberg am 8. Mai in Aalen
Am Samstag, den 8. Mai, findet in Aalen, Torhaus, der diesjährige Esperanto-Tag statt, den die Landesverbände Baden-Württemberg und Bayern des Deutschen Esperanto-Bundes gemeinsam ausrichten. In diesem Rahmen haben beide Vereine ihre Jahreshauptversammlung. Bei dieser Veranstaltung findet auch ein Ökumenischer Gottesdienst in der Sprache Esperanto statt, und zwar um 14:30 Uhr in der Johanneskirche.
Zuletzt war Neu-Ulm 2007 Veranstaltungsort einer solchen gemeinsamen Tagung der beiden süddeutschen Esperanto-Landesverbände.
ESPERANTO - CHANCEN - NUTZEN lautet das Motto der Veranstaltung. Die beiden süddeutschen Esperanto-Landesverbände wollen damit das Bewusstsein stärken für die neuen Chancen, die das Internet bietet für die erfolgreichste aller Plansprachenprojekte. Esperanto ist aus dem Stadium eines Projektes längst herausgewachsen und zu einer weltweit gesprochenen Sprache geworden, mit einer eigenen, einer internationalen Kultur. Esperanto- “Landeskunde” erstreckt sich um den ganzen Globus. Für die Esperantokultur ist Aalen ein gutes Zeugnis, denn es beherbergt im Torhaus die Bibliothek des Deutschen Esperantobundes.
Geografische Entfernungen spielen heute nicht mehr die hemmende Rolle für die weltweite Kommunikation, die sie einst darstellten. Wohl aber die Sprachbarrieren. Esperanto ist mehr und mehr ein Traum der Menschheit von einer allgemeinen Verständigung von Mensch zu Mensch (ohne Dolmetscher, die nur leider einfache Menschen nicht zur Verfügung haben). Esperanto unterscheidet sich von anderen Verkehrssprachen unter anderem dadurch, dass es nur wenige Muttersprachler hat (vielleicht etwa 1000 weltweit, durch Eltern, die sich mit Esperanto kennengelernt haben) und dadurch nicht andere Kulturen dominieren kann, wie es kolonial verbreitete Sprachen tun. Zudem ist Esperanto ein guter Einstieg in die Mehrsprachigkeit, denn Esperantosprecher beherrschen nachweislich mehr Fremdsprachen als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Die Esperantoklubs, wie der in Aalen, bekommen eine neue Rolle, seit Menschen mehr und mehr durchs Internet auf Esperanto stoßen. Während Vereine aller Art mit Mitgliederschwund kämpfen, werden durch das Internet völlig neue Möglichkeiten der Anwendung dieser Sprache erschlossen. Wer Esperanto im Netz lernt, will nachher Menschen von innerhalb und außerhalb der Muttersprachegrenzen begegnen, mit denen er Esperanto sprechen kann. So ist Esperanto längst von einer geschriebenen zu einer weltweit gesprochenen Sprache geworden, deren Sprecher sich als globusumspannendes Netz verstehen, ein Weltmodell im Kleinen.
Der diesjährige Weltkongress findet in Havanna auf Kuba, der nächstjährige in Kopenhagen, der von 2012 in Hanoi statt. Sieben Personen aus Aalen werden im Juli diese Weltversammlung in der Karibik erleben, mit Esperantosprechern aus über 100 Ländern der Erde.
Nicht gelehrte Vorträge werden die Spezialität des kleinen “süddeutschen Esperantokongresses” in Aalen sein, sondern Arbeitsgruppen, in denen zukunftsweisende Projekte diskutiert werden, zum Beispiel über die Esperantoversion von Vikipedia, über die Bedeutung der Esperanto-Musik im Rahmen der Esperantokultur, über die Rolle des Esperantos in Städtepartnerschaften, die Rolle des Esperantos im Fremdsprachenlernen und so weiter. Erwartet werden in Aalen ungefähr 50 Esperantosprecher aus München bis Karlsruhe, aus Kronach bis zum Bodensee. Schon 14 Tage später, zu Pfingsten, wird in Kaiserslautern der Deutsche Esperantokongress stattfinden, mit über 300 Teilnehmern aus Deutschland und aus Frankreich.
“Esperanto hat Lebenskraft bewiesen” (Richard von Weizsäcker, ehemaliger Bundespräsident). www.esperanto.de
Alois Eder